Ja natürlich kannst du deine Kitten mit BARF füttern. Es hat hier kein Mindestalter oder ähnliches, sondern bereits Absatzkitten - also Kitten, die noch bei der Mutter säugen und gerade erst feste Nahrung kennenlernen - können bereits mit Rohfleisch ernährt werden.
"Kittenfutter" aus dem Handel ist oft nur energiereicher als Adult-Futter. Beim BARFen kann die Futtermenge und der Fettgehalt einfach an das Wachstum angepasst werden – eine "Spezialnahrung" ist nicht notwendig. In der Natur gibt es auch keine "Kittenmäuse"
Nur eine unausgewogene Ration kann Mangelerscheinungen verursachen. Mit einer bedarfsgerechten Berechnung und den richtigen Ergänzungen bekommt das Kitten alle Nährstoffe, die es für gesundes Wachstum benötigt.
Werden die Nährstoffe korrekt ergänzt, ist BARF sogar die gesündeste Art der Fütterung, da es frei von unnötigen Zusatzstoffen ist.
Kitten lernen sehr schnell, kleine, weiche Knochen (z. B. Hühnerhälse) zu fressen. Alternativ kannst du Calcium auch über Eierschalenpulver oder Knochenmehl ergänzen.
Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. In freier Wildbahn beginnen Kitten bereits nach wenigen Wochen, die Beute ihrer Mutter mitzufressen. Ihr Verdauungssystem ist perfekt auf die Verwertung von rohem Fleisch ausgelegt: Der kurze, stark säurehaltige Magen-Darm-Trakt verhindert in aller Regel, dass schädliche Bakterien wie Salmonellen sich vermehren können. Dennoch ist eine hygienische Zubereitung und richtige Lagerung essenziell, um die Gesundheit der jungen Katzen nicht zu gefährden.
Kitten sind echte Fressmaschinen – oder, wie ich es gerne nenne, kleine Massenvernichtungswaffen. Wenn du mit deinen Jungkatzen bereits in meiner Beratung warst, kennst du diesen Vergleich wahrscheinlich schon. Und ja, ich meine das wortwörtlich! Selbst nach vielen Jahren mit meinen eigenen Katzen bin ich immer wieder erstaunt, welche Mengen in diese kleinen Körper passen.
Vergleicht man die tägliche Futtermenge mit dem Körpergewicht, wird schnell klar: Kitten haben einen deutlich höheren Energiebedarf als erwachsene Katzen. Während eine ausgewachsene Katze je nach Aktivität, Futterzusammensetzung und Rasse etwa 3–5 % ihres Körpergewichts pro Tag frisst, kann dieser Wert bei Kitten 8–10 % betragen.
Ein Beispiel in Zahlen:
AYCE – All You Can Eat für Kitten?
Grundsätzlich können Kitten und Jungkatzen nach dem AYCE-Prinzip („All You Can Eat“) gefüttert werden. Wenn Kitten in der Wachstumsphase nie Hunger leiden mussten, entwickeln sie meist ein natürliches Sättigungsgefühl und regulieren ihre Futteraufnahme mit der Zeit von selbst. Bei den meisten Katzen geschieht dies etwa zum ersten Geburtstag, bei langsam wachsenden Rassen wie Maine Coons oder anderen Waldkatzen kann es jedoch bis zum zweiten Lebensjahr dauern.
Trotz AYCE ist es sinnvoll, die Futteraufnahme deiner Katzen im Blick zu behalten. Nur so kannst du ungewöhnliche Schwankungen bemerken, die möglicherweise auf gesundheitliche Probleme hindeuten.
Muss der Napf immer voll sein?
AYCE bedeutet übrigens nicht, dass der Napf
permanent gefüllt sein muss. Auch in der Natur haben Katzen nicht rund um die Uhr Nahrung zur Verfügung – es gibt immer wieder Phasen, in denen sie erst auf Jagd gehen müssen. Natürlicher ist es daher,
mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anzubieten. Falls du tagsüber außer Haus bist, kannst du dies problemlos mit einem
zeitgesteuerten Futterautomaten lösen.
Grundsätzlich gilt: Eine BARF-Ration muss ausgewogen sein. Das bedeutet, dass alle notwendigen Nährstoffe – Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente – in ausreichender Menge enthalten sein müssen. Eine unausgewogene Ernährung kann zu schweren Mangelerscheinungen führen, besonders im Wachstum.
Deshalb ist es wichtig, dass du dich vor der Umstellung auf BARF gründlich mit der Materie auseinandersetzt oder dir Unterstützung von einem Ernährungsberater mit Katzenerfahrung holst.
Fett – Der wichtigste Energielieferant
Fett ist die Hauptenergiequelle für Katzen – und junge Katzen haben einen besonders hohen Energiebedarf. Einerseits verbrennen sie durch ausgiebiges Spielen viele Kalorien, andererseits brauchen sie Energie, um zu wachsen und sich gesund zu entwickeln. Daher ist es essenziell, immer ausreichend tierisches Fett in die Fütterung zu integrieren.
Calcium – Unverzichtbar für gesunde Knochen
Calcium, aber auch Phosphor und Vitamin D, sind entscheidend für einen starken und gesunden Knochenbau. Ein Mangel kann besonders im Wachstum zu schweren Schäden führen. Vielleicht hast du schon einmal von Rachitis beim Menschen gehört? Genau dasselbe kann auch bei Jungkatzen auftreten.
Deshalb muss Calcium in ausreichender Menge über Knochen oder geeignete Supplemente wie Eierschale oder Knochenmehl zugeführt werden. Vitamin D kann durch Fisch, Lebertran oder Vitamin-D-Tropfen ergänzt werden. Phosphor ist bei einer fleischreichen Ernährung in der Regel bereits ausreichend vorhanden.
Omega-3-Fettsäuren – Essenziell für Gehirn und Nerven
Die essenziellen Fettsäuren EPA und DHA sind für Katzen enorm wichtig – und im Wachstum sogar noch mehr. Wusstest du, dass das Gehirn zu einem großen Teil aus Fett besteht? Besonders DHA spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Gehirn und Nervensystem. Deshalb ist die regelmäßige Versorgung mit Fisch-, Krill- oder Algenöl unverzichtbar.
Taurin – Unverzichtbar für die Katzengesundheit
Dass Taurin für Katzen essenziell ist, weißt du bestimmt. Diese Aminosäure übernimmt viele wichtige Funktionen im Katzenkörper:
Auch für junge Katzen ist eine ausreichende Taurinversorgung essenziell. Eine frische, fleischreiche Ernährung enthält zwar bereits viel Taurin, dennoch empfiehlt es sich, einen
Sicherheitspuffer einzuplanen. Eine
Dosierung von 1 g Taurin pro 1 kg Futter ist hier in der Regel ausreichend.
Siehst du? Kitten zu barfen ist einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Denn alles, was ich bisher im Text erklärt habe, gilt genauso für ausgewachsene Katzen – der einzige Unterschied ist, dass Kitten einfach mehr Futter brauchen.
Ich habe mittlerweile (Stand: Februar 2025) meinen ersten Wurf mit BARF aufgezogen und meine im letzten Sommer eingezogene Jungkatze großgezogen. Teia kam mit 14 Wochen zu mir und war mit etwa 17 Wochen vollständig auf BARF umgestellt. Meine Kitten bekamen erst mit 13 Wochen zum ersten Mal Nassfutter – bis dahin kannten sie ausschließlich rohes Fleisch. Es war für mich ein großartiges Erlebnis, zu sehen, mit wie viel Begeisterung sie ihr Futter gefressen haben!
Wenn du deine Kitten auf BARF umstellen möchtest, stehe ich dir mit meiner Erfahrung zur Seite:
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Beratungsgespräch: Wir klären alle deine Fragen rund um die Kittenfütterung.
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Futtercheck: Ich überprüfe deine selbst erstellten Rezepte auf Nährstoffausgewogenheit.
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Individueller Futterplan: Ich erstelle für dich maßgeschneiderte BARF-Rezepte, die genau auf deine Kitten abgestimmt sind.
Melde dich gerne bei mir – ich freue mich darauf, dich und deine Kitten zu begleiten! 😊
Hinweis im Sinne des § 3 HWG:
Bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl diagnostischer als auch therapeutischer Art, handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die naturwissenschaftlich-schulmedizinisch weder nachgewiesen noch anerkannt sind.